FW: Re: Meningitis Tuberculosa

Hospital DE: FW: Re: Meningitis Tuberculosa
HospitalDE (HospitalDE@PharmWeb1.man.ac.uk)
Fri, 15 Nov 96 19:38 +0100


> < Wie kann man eine tuberkulvse Meningitis therapieren, wenn der
> < Patient 1) eine chronische Hepatitis mit Leberinsuffizienz und
> < 2) eine eingeschrdnkte Nierenfunktion mit einem Krea von 2,3 mg%
> < aufweist ?
>
> Peter Buchal
> Klinikum Konstanz
> zap.klinikum.konstanz@t-online.de
> Tel. 07531-8011062
>

Lieber Herr Buchal,
Prof. Norbert Lehn vom Lehrstuhl fuer Mikrobiologie und Hygiene, dem
ich Ihre Anfrage per e-mail weitergeleitet habe, nimmt zu obigem Fall
folgendermassen Stellung:

Lieber Herr Rothe,

fuer eine TB-Therapie ist ein kombinierter Leber- und Nierenausfall
tatsaechlich "worst case".

Auf der anderen Seite ist eine tuberkuloese Meningitis eine vital
bedrohliche Erkrankung, die in jedem Fall behandelt werden muss.
Deshalb folgendes Vorgehen:

1. Vor Therapiebeginn optimale Materialentnahme fuer kulturelle
Diagnostik (an ein Institut senden, das mindestens BACTEC-Resistenzen
innerhalb einer Woche durchfuehren kann). Im Zweifelsfall (nicht
sicher M. tuberculosis) aus Zeitgruenden PCR mit
16s-RNA-Sequenzierung, wie sie hier bei uns durchgefuehrt wird.
Bestimmung der Crea-Clearance, Crea allein genuegt nicht

2. Blinder Therapiebeginn mit
- Versuch mit Rifa trotz Leberschaden unter engmaschiger Kontrolle
(keine Nieren Dosisreduktion)
- INH trotz Leberschaden unter engmaschiger Kontrolle
- Pyrazinamid trotz Leberschaden unter engmaschiger Kontrolle,
bei Crea-Cl. unter 10 ml/min Dosisreduktion
- Ethambutol (Niere Dosisreduktion),
bei dieser Klinik sogar ueberlegen zusaetzlich:
- Streptomycin mit Dosisanpassung

Mit herzlichen Gruessen, Lehn.

^-^
(O O)
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Ulrich Rothe Klinikum der Universitaet Regensburg
Klinikumsapotheke
Franz-Josef-Strauss-Allee 11
tel: +49 941 944-5914 D-93042 Regensburg
Germany

e-mail-address: ulrich.rothe@klinik.uni-regensburg.de