Lieber Herr Buchal,
Prof. Norbert Lehn vom Lehrstuhl fuer Mikrobiologie und Hygiene, dem
ich Ihre Anfrage per e-mail weitergeleitet habe, nimmt zu obigem Fall
folgendermassen Stellung:
Lieber Herr Rothe,
fuer eine TB-Therapie ist ein kombinierter Leber- und Nierenausfall
tatsaechlich "worst case".
Auf der anderen Seite ist eine tuberkuloese Meningitis eine vital
bedrohliche Erkrankung, die in jedem Fall behandelt werden muss.
Deshalb folgendes Vorgehen:
1. Vor Therapiebeginn optimale Materialentnahme fuer kulturelle
Diagnostik (an ein Institut senden, das mindestens BACTEC-Resistenzen
innerhalb einer Woche durchfuehren kann). Im Zweifelsfall (nicht
sicher M. tuberculosis) aus Zeitgruenden PCR mit
16s-RNA-Sequenzierung, wie sie hier bei uns durchgefuehrt wird.
Bestimmung der Crea-Clearance, Crea allein genuegt nicht
2. Blinder Therapiebeginn mit
- Versuch mit Rifa trotz Leberschaden unter engmaschiger Kontrolle
(keine Nieren Dosisreduktion)
- INH trotz Leberschaden unter engmaschiger Kontrolle
- Pyrazinamid trotz Leberschaden unter engmaschiger Kontrolle,
bei Crea-Cl. unter 10 ml/min Dosisreduktion
- Ethambutol (Niere Dosisreduktion),
bei dieser Klinik sogar ueberlegen zusaetzlich:
- Streptomycin mit Dosisanpassung
Mit herzlichen Gruessen, Lehn.
^-^
(O O)
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Ulrich Rothe Klinikum der Universitaet Regensburg
Klinikumsapotheke
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